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Pretschener Spree und Krummspree`sche Region e.V.


Mohnpielen zum Heiligen Abend in Plattkow und Umgebung


Mohnpielen zum Heiligen Abend in Plattkow

Wenn zu Heiligabend alle vorbereitenden Arbeiten im Haus und auf den Höfen erledigt und die Tiere versorgt waren, sammelten sich die Plattkower Kinder und gingen gemeinsam zur Weihnachtsandacht in die Kirche nach Pretschen.
Gemeinsam ging es nach der Andacht, schon im Dunkel der Winternacht, an der Spukeiche vorbei und über den Boschadamm zurück zum heimatlichen Dorf. Oftmals wurden dabei Weihnachtslieder gesungen. Im Ort waren dann schon die Weihnachtsbäume geschmückt und mit Kerzen erleuchtet, die durch die nicht verhangenen Fenster leuchteten und die heimkehrenden Kinder von weitem grüßten.
Der Gang in die Kirche war in jener Zeit am Heiligen Abend in unserer Heimat für alle Dörfler selbstverständlich.

Die Mohnpielen

Zum weihnachtlichen Abendbrot, welches auf die Kinder wartete, gehörten traditionell die Mohnpielen als Vorspeise.
Die Zutaten zu diesem Gericht stammten alle vom Hof und in jedem Gemüsegarten des Dorfes wuchs der Mohn (Papaver somniferum) heran, der für dieses Gericht gebraucht wurde. Der Weizen zu den Brötchen wuchs auf dem Feld, die Kühe gaben die Milch. Lediglich die Rosinen und der Zucker, soweit kein Bienenhonig verwendet wurde, stammten aus einem Kaufladen.
Rezept für die Zubereitung von Mohnpielen
Zutaten (ausreichend für 4-6 Personen)
1 kg Mohn
2 l Milch
4-8 harte Brötchen oder Brotscheiben
Rosinen nach Geschmack
Salz, Honig oder Zucker, wenig Bittermandeln
Zubereitung
Bei dem Gericht kommt es zunächst darauf an, daß der Mohn recht fein gerieben wird. Dazu gibt man ihn (je nach Geschmack auch mit einigen bitteren Mandeln) in eine sog. Reibeschüssel. Das ist eine innen unglasierte rauhe Tonschüssel. Hierin wird der Mohn mit wenig kochendem Wasser etwa 10 Minuten gebrüht.
Danach heißt es, mit der Reibekeule reiben bis die Mohnmasse gleichmäßig sämig ist.
Ersatzweise (!) kann man zu dieser Arbeit einen Fleischwolf oder eine Küchenmaschine benutzen. Worauf es ankommt, ist dies: Die Mohnkörner müssen zerkleinert werden, damit sie ihr Aroma an die Milch und die Brötchen abgeben können. Das gelingt einer tüchtigen Hausfrau eben am besten mit Reibeschüssel und Reibekeule, macht aber einige Mühe.
Die Mohnmasse wird mit der erwärmten Milch, in welcher die Rosinen geweicht wurden und die nach Geschmack mit Zucker oder Honig gesüßt wurde, aufgefüllt und die in Stücken geschnittenen Brötchen hinzu gegeben. Nun kann serviert werden.
Je nach Dorf oder Hof wurden die Mohnpielen als Suppe mit mehr Milch oder als Brei mit weniger Milch gegessen. Die Hausfrau hatte auch hier das letzte Wort.
Und nun ans Werk!
Lassen Sie uns wissen, wie Ihnen die Zubereitung der Mohnpielen gelungen ist und was Ihre Gäste dazu gesagt haben.

Nachricht an spreeheide.de

© Joachim Schützel, Plattkow